Das Allerletzte: Unsere kleine Reisestatistik

17 07 2013

Dauer der Reise: 567 Tage

Anzahl Flüge: 29

Anzahl Nachtbusfahrten: 7

Anzahl Nachboot- oder Fährfahrten: 5

Anzahl Nachtzugfahrten: 5

Anzahl Nächte im Camper: 160 (31 Neuseeland / 129 Australien)

geschossene Fotos: 22.382

Besuchte Länder: 16

Reiseaufenthalt pro Land (grob gerechnet):

Australien 251 Tage

Hongkong 3 Tage

Indien 23 Tage

Indonesien 77 Tage

Japan 10 Tage

Kambodscha 17 Tage

Laos 10 Tage

Macau 1 Tag

Malaysia 32 Tage

Myanmar 2 Tage

Neuseeland 35 Tage

Philippinen 21 Tage

Singapur 7 Tage

Sri Lanka 1 Tag

Thailand 59 Tage

Vietnam 18 Tage

Längster Aufenthalt an einem Ort:  

Sharehouse Skybury Coffee, Mareeba, Australien: 100 Nächte

Campingplatz Cardwell, Australien: 60 Nächte

Sunhouse Guesthouse Sanur, Bali: 8 Nächte

JP Resort, Koh Tao, Thailand: 8 Nächte

Monsoon Guesthouse, Goa, Indien: 8 Nächte

Längste Reisedauer am Stück:

von Hoi An nach Mui Ne in Vietnam in 20 Stunden per Bus

Teuerste Unterkunft:  

Grand Sarovar Premiere, Mumbai – 119 Euro

Günstigste Unterkunft: 

Bungalow auf Si Phan Don, Laos – 5 Euro

Beste Unterkunft (in chronologischer Reihenfolge):

Jaiwana Haveli Hotel, Udaipur, Indien (39 Euro)

Dream Hotel, Bangkok (59 Euro)

Hotel Nine Phnom Penh, Kambodscha (39 Euro)

Lazy Beach Bungalows, Koh Rong Samloem, Kambodscha (31 Euro)

Jailhouse Hostel Christchurch, Neuseeland (50 Euro)

Blue Ribbon Dive Resort, Small Laguna, Sabang, Puerto Gallera, Philippinen (21 Euro)

Four Points by Sheraton, Sandakan, Sabah, Borneo (64 Euro)

Alumbung Tropical Living Danao Beach, Panglao, Bohol, Philippinen (33 Euro)

Bagus Homestay, Permuteran, Bali (24 Euro)

Schlechteste Unterkunft:

Ananda Beach Hotel, Sanur, Bali (20 Euro)

Bestes Essen:

Nasi Campur im Warung Moro Seneng in Sanur, Bali

Pho und diverse Nudelgerichte in Hanoi, Vietnam

Selbstgekochtes in Neuseeland und Australien 😉

Tom Yam im Strassencafe gegenüber des Bangkok City Hotels und im Food Floor des Siam Centers

Singapore Fried Noodles, in diversen Strassencafes in Singapur

Schlechtestes Essen:

Vegetable Curry und Tempe in Pemuteran, Bali

Tauchgänge gesamt: 40

Schönster Tauchgang:

Barracuda Point, Sipadan Island, Sabah, Borneo

schlimmste Diarrhö ;-):

Robbe – Malapascua, Philippinen

Heike – Kota Kinabalu, Sabah, Borneo

wir beide in Nordindien….

schönste Erlebnisse:

Besteigungen des Vulkans Rinjani auf Lombok und des Mount Kinabalu auf Borneo

unsere ersten Tauchgänge und Tauchen am Sailrock und vor Sipadan Island

unsere zweite Nacht im Camper in Neuseeland am Fuße des Mount Cook

Arbeiten und Leben bei Skybury in Mareeba

Bootsfahrt mit Perama von Lombok nach Flores

unzählige Nächte, Abende und Morgen in unserem Camper in Australien

Besuch des Taj Mahal in Indien



Fische, Rückenklatscher und Parties auf Koh Pha-Ngan

13 02 2012

Unsere nächste Station nach Koh Tao war die Insel Koh Pha-Ngan, die zweitgrösste Insel des bekannten Trios im Golf von Thailand.
Auf Koh Pha-Ngan leben ca 12.100 Einwohner, die meisten im Ort Thong Sala an der Ostküste, wo auch die Boote von Koh Tao und Koh Samui anlegen. Die meisten Unterkünfte findet man im Süden der Insel und dort befindet sich auch der legendäre Sunrise-Beach Hat Rin, wo einmal im Monat die Fullmoon-Party stattfindet. Im Norden und Osten gibt es einige abgelegene Strände, die wohl auch die schönsten der Insel sind, aber teilweise nur mit dem Boot erreichbar.
Wir fuhren morgens um 10 Uhr mit dem Expressboot Songserm los und erreichten die Insel gegen Mittag. Wir waren hier ebenfalls schon 2007 und uns hatte die Bottle Beach im Norden der Insel am besten gefallen (wobei wir damals kaum etwas von weiteren Stränden außer dem „Partystrand“ gesehen hatten) und beschlossen deshalb, nochmal dorthin zu fahren. Man fährt zunächst mit dem Taxi bis Chaloklam im Norden und nimmt dann ein Longtailboot zur Bottle Beach, die mit dem Auto nur über sehr unwegsames Gelände zu erreichen wäre. Dort angekommen haben wir uns in die gleiche Bungalowanlage wie bei unserem ersten Besuch eingemietet (Bottle Beach 3 Resort), weil die Holzbungalows sehr schön, luftig und günstig sind. Wir verbrachten die zwei Tage und Nächte mit lesen, Knubbel spielen, schlafen und essen. Am ersten Abend gabs lecker Barbecue und wieder mal eine Feuershow zu bestaunen. Am Nachmittag des zweiten Tages spazierten – oder besser gesagt – quälten wir uns zum View Point hoch, der über einen schweißtreibenden, mückenverseuchten Dschungelpfad erklommen werden kann. Man kommt an einer kleinen Tattoo-Stube / Bar vorbei, wo wir uns fragten, ob es ernsthaft Leute gibt, die sich in dieser abgelegenen Bretterbude wirklich ein Tattoo stechen lassen. Oben angekommen hat sich die Mühe jedoch gelohnt – der Ausblick ist wirklich fantastisch, wenn die Kletterei da oben auch nicht ganz ungefährlich werden kann.
Nach zwei Nächten Abgeschiedenheit zog es uns vier dann doch wieder in etwas belebtere Gefilde und wir fuhren am 5. Februar mit dem Boot zurück nach Chaloklam, mieteten uns dort zwei Roller und fuhren mit diesen zur Mae Hat Beach im Nord-Westen der Insel. Diesem Strand vorgelagert ist die kleine Insel Koh Ma, die bei Ebbe über eine Sandbank erreichbar ist. Wir mieteten uns dort zunächst ins letzte Ressort am Strand, den Mae Haad Cove ein, zogen dann aber nochmal ins benachbarte Mae Haad View um, was wesentlich bessere, saubere Bungalows hat. Die Entscheidung, an diesen Strand zu fahren, war goldrichtig, denn das vorgelagerte Riff entpuppte sich als absoluter Schnorchel-Geheimtipp. Martin und Robbe machten ihre erste Runde und kamen ewig nicht wieder – ein Indiz dafür, dass sie entweder ertrunken sind oder es besonders viel zu sehen gibt :-). Letzteres war natürlich der Fall, und auch wir Mädels überzeugten uns bei diversen Schnorchelrunden davon, dass es dort richtig viele beeindruckende Korallen und viele viele Fische zu sehen gibt. Die Tage verliefen eigentlich immer gleich: Nach dem Frühstück wurde ne große Runde geschnorchelt, dann haben wir uns auf die Roller geschwungen und die Insel erkundet. Das Restaurant am einzigen Süsswassersee der Insel hatte es uns besonders angetan und wir verbrachten zwei Mittage dort. Das Essen ist richtig lecker und nebenbei kann man noch beobachten, wie sich mutige, gutgebaute Jungs und Mädels von einer Plattform per Seil oder vom Plasteeisberg in die Fluten schwingen bzw. plumpsen – je nach Geschick und Körperbau. Hier würden wir auch gern als Kellner arbeiten, gibt immer was zu lachen ;-). Am zweiten Tag wollten es uns unsere Jungs auch beweisen und der Abschwung per Seil hatte schonmal ganz gut geklappt. Robbe wollte natürlich wie immer der Coolste sein und den Eisberg per Kopfsprung verlassen. Was anfangs noch mit Haltungsnote 2+ bewertete worden konnte, endete jedoch in einem üblen Rückenklatscher, der ziemlich schmerzhaft war. Danach war der ganze Rücken knallrot und auch Robbe hat wohl einegsehen, dass er solch waghalsige Aktionen in Zukunft lieber bleiben lässt :-). Weiter ging’s mit den Rollern zu zwei eher unspektakulären Wasserfällen inklusive Viewpoint, einem Elephantencamp (die armen Viecher!) und einem chinesischen Tempel.
Ach ja, und von zwei Parties haben wir auch zu berichten – die erste war die Jungle Experience, eine Goa-Party irgendwo im Süden, und wie der Name schon sagt im Dschungel. Da wir allerdings mit den Mopeds unterwegs waren, und uns nicht durchringen konnten, das Geld für die Taxifahrt zurück auszugeben (betrunken wollten wir dann doch nicht mit den Rollern fahren), waren wir nur kurz da, haben die Lage gecheckt und sind dann wieder zu unserem Strand im Norden gefahren.
Am 7.Februar war die legendäre Fullmoon-Party am Hat Rin-Beach, und wir hätten sie zunächst mal fast verpasst, da in den Inselführern überall stand, sie wäre am 8.02. Nur durch Zufall hat uns eine Thai-Frau, der Martin und Anne aus der Klemme geholfen haben, gesagt, dass wir uns ja dann vielleicht am 7ten zur Party sehen. Wäre lustig geworden, wenn wir am 8.02. dort aufgeschlagen wären und nur die Schnapsleichen von der Nacht zuvor angetroffen hätten 😉
Mit dem Taxi sind wir also am richtigen Abend in den Süden gefahren und haben uns am Party-Strand umgeschaut. Wo man hinschaute: eimersaufende 18- bis 22- jährige in Neon-Klamotten oder Bodybepinselung, die wahlweise die Tanzflächen schwankend unsicher machten oder ins Meer pinkelten oder kotzten.Ohne Mist, ich (Heike) hab an diesem Abend keinen einigermaßen nett aussehenden, coolen Menschen ala Berliner Partyvolk gesehen und da stellt man dann doch schnell fest, dass man hier absolut fehl am Platz ist. Die Musik war teilweise ok, aber das ganze Umfeld einfach nur zum davonlaufen. Leider endete der Abend auch in unserer kleinen Gruppe mit etwas Stress und diversen Verletzungen, sodass es wohl besser gewesen wäre, wir hätten diese dämliche Party einfach ausgelassen. Den Tag nach der Party und damit auch den letzten Tag bevor Anne und Martin abreisen mussten, verschliefen wir fast komplett. Am 09.02. hieß es dann leider Abschied nehmen von Anne und Martin, die beiden flogen am 10.02. von Phuket zurück nach Perth in Australien. Uns fiel der Abschied wirklich schwer und wir mussten uns erstmal dran gewöhnen, wieder nur noch zu zweit unterwegs zu sein. An dieser Stelle ganz liebe Grüsse nach Australien, war sehr schön mit euch unterwegs zu sein und wir hoffen, wir sehen uns im April in Down Under!!!
Wir beide blieben noch eine Nacht länger auf Koh Pha-Ngan und entschieden spontan, doch nicht gleich weiter nach Malaysia zu fahren sondern unser Thailand-Visum erneut zu verlängern, um auf Koh Tao unsere Tauchfähigkeiten weiter zu verbessern und unser Advanced Open Water Diver-Zertifikat zu erwerben. Der Kurs ist wohl nirgendwo auf der Welt so günstig wie auf Koh Tao und irgendwie freuten wir uns auch darauf, nochmal auf die uns bereits bekannte Insel zu fahren und dort ne Weile zu bleiben. Das hieß nun aber auch, nochmal den nervigen Visa-Run nach Myanmar zu machen. Los ging’s am 10.02. um 6 Uhr morgens, zunächst mit dem Taxi zum Pier, mit dem Expressboot nach Surathani. Dort angekommen bestiegen wir einen Bus nach dem anderen, nur um jeweils etwa nach 10 min wieder auszusteigen und auf den Anschlussbus zu warten. Leider saßen wir dann über 2 Stunden in Surathani fest, und während ein Minibus voll mit Thais und zwei glücklichen Touris noch einigermaßen pünktlich nach Ranong losfuhr, wurden wir immer wieder vertröstet und fuhren dann letzlich um 14 Uhr los, wobei wir planten, um 14.30 Uhr bereits in Ranong anzukommen, um den Visa-Run noch am selben Tag zu schaffen – denn unser Visa lief an diesem Tag auch aus. Geplant war, danach gleich wieder zurück nach Chumphon zu fahren und mit der Nachtfähre rüber nach Koh Tao. Wäre zwar einigermassen stressig gewesen, aber wenigstens effizient. Die Verspätung in Surathani machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung und als wir dann irgendwann gegen kurz vor 18 Uhr in Ranong ankamen, war klar, dass wir dem Visa Run heute nicht mehr schaffen würden und eine Nacht in Ranong bleiben müssen. So ein Mist aber auch! Wie der Zufall es so wollte stand am Busbahnhof in Ranong ein Mädel, dass uns als Unterkunft das Apres Ski Guesthouse schmackhaft machen wollte – die Pension des uns bereits bekannten verrückten Thüringers Jens, dessen Dienste wir beim letzten Mal schon in Anspruch genommen hatten. Zusammen mit einem österreichischen und einem französisch/israelischen Paar mit Kind fuhren wir zu Jens und checkten dort für eine Nacht ein. Den anderen beiden Pärchen ging es ähnlich wie uns und auch sie hatten diese zusätzliche Übernachtung in Ranong nicht geplant. Jens empfing uns auf seine bekannte, begrenzt gastfreundliche Art und Weise und machte seinem Ruf alle Ehre, indem er kurz nach Ankunft auch den Ösis direkt von seinen Frauenproblemen erzählte und aus dem Nähkästchen plauderte. Abends gabs dann ein gemeinsames Dinner, wo Jens Käsespätzle servierte, und wir müssen schon sagen – der Typ hat sie nicht mehr alle – aber kochen kann er sehr gut. Die Käsespätzle waren wohl die besten, die wir jemals gegessen haben. Bei 24 Eiern für den Spätzle-Teig und 100 Gramm Käse pro Portion wohl auch kein Wunder. Beim Essen gabs dann wie gehabt nur einen Unterhalter (natürlich Jens) und auch die Ösis stellten schnell fest, dass hier was nicht ganz in Ordnung ist. Als dann auch noch ein weiterer Gast des Hauses – Bernd – dazukam, fühlten wir uns wie in einer Comedy-Show, denn wenn Jens schon sonderbar ist, hat Bernd den Vogel vollends abgeschossen. 38 Jahre, Schwabe, Schwarzarbeiter, Zimmermann, schon ziemlich rumgekommen – hat Jens als Unterhalter abgelöst und im unverständlichsten Schwäbisch, auf beiden Beinen die ganze Zeit tänzelnd, ein Auge halb geschlossen wie Karl Dall, einige seiner Reiseerlebnisse zum besten gegeben, wobei wir arge Probleme hatten, einen Lachanfall zu unterdrücken. Die Situation war zu kurios und wird uns wohl ne ganze Weile in Erinnerung bleiben und zum lachen bringen. Irgendwann verabschiedeten wir uns ins Bett, über das uns Jens bereits im Vorfeld erzählte, dass er dort immer mit seiner neuen Freundin schläft und die Matratze super sei – Hilfe!! Nichtmal vor Erzählungen über seine favorisieren Stellungen machte er halt… So waren wir dann auch wirklich froh, als es am nächsten Morgen nach Myanmar ging und wir den Aufenthalt beinahe überstanden hatten. Die französisch-israelische Familie begleitete uns und das Prozedere war genau wie beim letzten Mal, nur mit dem Unterschied, dass wir diesmal jeder umgerechnet 12,50 Euro Gebühr für einen Tag Visa-Überziehung bezahlen mussten. Im Reiseführer stand noch, dass wenn man einen Tag drüber ist nichts bezahlen muss, aber das trifft wohl nur bei Ausreise per Flieger zu und definitiv nicht beim Visa Run nach Myanmar. Ohne auf unsere Erklärung zu hören wurden wir direkt zur Kasse gebeten :-(. Nach knapp 3 Stunden hatten wir dann irgendwann unsere 15 Tage-Visaverlängerung im Pass und Jens holte uns vom Pier ab, um uns nochmal zum Guesthouse zu bringen, wo wir die Stunden bis zu Abfahrt des Busses überbrückten. Im Auto bekamen wir dann nochmal eine Kostprobe des Thüringers in seiner ganzen Bandbreite: Da war vom Israeli die Rede, der in seinen Augen ein „riesengrosses Arschloch“ ist, nur weil er morgens nach der Rechnung gefragt hat. Er sprach von der „Dreckssippe“ , der Familie der Mutter seiner Tochter, die momentan am Sterbebett des Vaters sitzt und ihn um Geld anschnorrt. Die thailändischen Frauen seien nur auf Geld aus (bei einem Westler) und steif wie ein Brett im Bett. Überhaupt seien hier alle egoistisch und dumm. Da fragen wir uns doch ernsthaft, wie so ein fremdenfeindlicher Verrückter ein Guesthouse in Thailand führen kann. Wir haben uns schon ein bisschen geschämt, dass Jens auch noch ein Landsmann von uns ist. Im Guesthouse wurden wir dann noch ein bisschen von Bernd unterhalten, der wirklich ziemlich seltsam ist, aber wenigstens nicht so ein engstirniger Nazi wie Jens. Um 13.30 Uhr verließen wir dann endlich Ranong inklusive des Apres Ski Irrenhauses und waren froh, als wir im super-komfortablen Public-Bus nach Chumphon saßen. Dort angekommen hieß es nochmals 7 Stunden Zeit totschlagen, bis um 23 Uhr die Nachtfähre nach Koh Tao ablegte. Im Warten sind wir mittlerweile richtig gut! 😉 Die Nachtfähre war diesmal sogar noch komfortabel als beim letzten Mal (es ist jeden Tag eine andere Fähre) und wir konnten wieder richtig gut schlafen. Morgens um 5.30 Uhr legten wir endlich am Pier von Koh Tao an!

Coming next: Koh Taoism – alles bekannt aber trotzdem schön



Apres Ski Visa Run – Abstecher nach Myanmar und Final Destination Koh Tao

7 02 2012

Unser Abschied von Bangkok am 26.01. hatte zwei Gründe: Der Erste war, dass es wieder mal Zeit wurde, uns mit Anne und Martin zu treffen, die die letzten Tage mit Martins Vater in Khao Lak verbrachten und nun genau wie wir auf die Inseln im Golf von Thailand reisen wollten. Der zweite Grund war, dass unser 15 Tage-Visum für Thailand am 29.01. ausläuft und wir entweder an diesem Tag das Land verlassen müssen oder einen Weg finden, das Visum zu verlängern. Momentan gelten folgende Regeln für Visa in Thailand: Wenn man mit dem Flieger einreist, erhält man ein kostenfreies 30-Tage-Visum. Wenn man per Landweg einreist, sind es jedoch nur 15 Tage. Verlängern lassen sich diese Visa entweder in Thailand direkt (nur in Bangkok oder Koh Samui) um 7 Tage oder indem man mit dem Flieger oder auf dem Landweg aus- und wieder einreist. Beliebte Länder für solch einen sogenannten „Visa Run“ sind Myanmar, Laos, Kambodscha oder Malaysia – je nachdem, wo man sich gerade in Thailand befindet. Wenn man von vornherein weiß, dass man länger in Thailand bleiben will, kann man sich auch auf einer thailändischen Botschaft außerhalb Thailands ein 3-Monats-Visum für relativ wenig Geld besorgen und hat so keinen Stress mit irgendwelchen Verlängerungen. Leider haben wir uns mit all diesen Regeln erst dann richtig beschäftigt, als wir bereits auf dem Landweg nach Thailand eingereist waren und 15 Tage im Pass gestempelt bekommen hatten. Ja ja, als Langzeitreisender wird man ein bisschen faul was sowas betrifft und nun hatten wir den Salat, wir mussten also einen Visa Run machen. Da Anne und Martin in der selben Situation waren und wir wie gesagt auf die Inseln an der Ostküste wollten, entschieden wir uns für den Grenzgang nach Myanmar. Am 26.01. bestiegen wir also den Nachtbus nach Ranong, einem thailändischen Grenzort an der burmesischen Grenze und stellten schnell fest, dass sich der versprochene „Extra-Bus“ mit angeblich höherem Komfort als stinknormaler Nachtbus entpuppte, der alles andere als komfortabel war, für den wir aber ein Drittel mehr bezahlt haben als der normale Fahrpreis ist. Die Dame im Ticketbüro hat uns nämlich auf ihre charmante Art weisgemacht, dass der normale Bus ausgebucht sei und dass wir den Extra-Bus buchen müssen, um am gewünschten Tag wegzukommen. So wurden wir also doch wiedermal abgezockt, obwohl wir dachten so schnell kann uns das nicht mehr passieren. Aber nun gut, wir saßen im Bus und beschweren war jetzt eh zu spät. Wir verbrachten unbequeme Stunden im Halbschlaf und wurden gegen 3.30 Uhr mit der Hälfte der anderen Mitreisenden an einer Hauptstraße in Chumphon, ca 150 km von unserem Zielort entfernt, rausgeschmissen mit der Ansage, dass uns hier irgendwann der Bus weiter nach Ranong abholt. Nachdem alle anderen mit einem anderen Bus weggekarrt wurden (wir waren die einzigen, die nach Ranong wollten) standen wir mutterseelenallein am Straßenrand. Ein Thai, der den Transport der restlichen Reisenden überwachte, meinte noch zu uns, er sei von einer anderen Firma und könnte deshalb nichts für uns tun. Unser Bus würde so gegen 5 Uhr kommen, aber so genau weiß er das auch nicht. Na toll! Da hieß es wieder mal warten und hoffen, dass alles gutgeht. Und tatsächlich, irgendwann (kurz nach 5) wurden wir abgeholt von einem Pick Up und zur Bushaltestelle gefahren, wo der Bus nach Ranong gegen 6 Uhr startete. Die zweistündige Busfahrt verschliefen wir fast komplett und kamen gegen 8 Uhr morgens relativ ausgeruht in Ranong an. An der Bushaltstelle wurden wir von Jens abgeholt, einen 51-jährigen thüringer Kettenraucher, der seit 6 Jahren in Thailand lebt und momentan ein Guesthouse in Ranong betreibt – das Apres-Ski-Guesthouse, in dem Anne und Martin die letzten Tage abgestiegen waren. Der Typ hat definitiv nicht mehr alle beisammen. Er ist zwar nett und freundlich, hat uns jedoch direkt mit seinen Frauengeschichten unterhalten und uns auch sonst teilweise in Staunen versetzt, was er alles so von sich gegeben hat.
Im Guesthouse angekommen, begrüßten wir erstmal unsere Freunde und nach einem Frühstück und kurzem Frischmachen ging’s sogleich auf zum Visa Run. Jens fuhr uns zunächst zum Pier, wo wir uns den Ausreisestempel abholten. Dann ging’s mit einem Longtailboot über den Grenzfluss nach Myanmar. Auf dem Weg mussten wir an verschiedenen Checkpoints halt machen, wo uns grimmige Grenzbeamte musterten. Als Robbe kurz vor dem Anlegen in Myanmar seine Kamera rausholen wollte, gab der Bootsführer ihm direkt ein Zeichen, diese ganz schnell wieder einzupacken, da es verboten ist, Fotos zumindest in dieser burmesischen Grenzstadt zu machen und die Burmesen mit Ferngläsern beobachten, ob sich die Touristen auch daran halten. Ansonsten gehts nämlich sehr schnell, dass man gar nicht erst reingelassen wird und zusehen kann, wie man den staatenlosen Raum wieder verlässt ;-).
Das Ein- und Ausstempeln in Myanmar verlief dann jedoch ohne Probleme, und der Grenzbeamte war sogar sehr sympathisch. Um Ein- und Ausreisen zu können, benötigt man 10 Dollar, und zwar als nagelneuen Schein, dh ohne irgendwelche Knicke, Falten oder ähnliches. Wir hatten glücklicherweise in Bangkok so gut wie neue Scheine bekommen, die auch angenommen wurden. Warum das so ist, wissen wir nicht, und in Kambodscha war es ähnlich. Die Hauptwährung dort ist US-Dollar (zumindest für die Touristen) und sobald ein Schein nur einen minimalen Riss hat wird er nicht angenommen wenn man Pech hat. Irgendwo kriegt man ihn dann schon los, aber wenn man gerade dringend ein Bier kaufen möchte, und der Kellner den augenscheinlich völlig intakten Dollarschein mit einem winzigen Riss nicht annehmen will, kann das schon ganz schön nerven. Aber zurück zu Myanmar: Theoretisch haben wir mit der Einreise auch ein 7-Tages-Visum erhalten und hätten Myanmar erkunden können, aber die Berichte über hohe Kriminalität vor allem in dieser Ecke des Landes haben uns dann doch abgeschreckt und wir sind direkt zurück nach Thailand gefahren. Am Pier angekommen, haben wir uns noch schnell den Einreisestempel inkl. der Erlaubnis geholt, weitere 15 Tage im Land bleiben zu können. Dann stand auch schon Jens vor uns, und hat uns zurück zum Guesthouse gebracht. Die ganze Aktion hat ca. 3 Stunden gedauert und uns um die 17 Euro pro Person gekostet, was ok ist. Wir saßen dann noch ne Weile im Guesthouse rum und um 13.30 Uhr ging unser Bus zurück nach Chumphon (ca 2h). Dort vertrieben wir uns bis abends 21 Uhr die Zeit, indem wir uns ua auf einem Markt mal wieder durch die Welt der thailändischen Köstlichkeiten futterten. Das macht besonders Spaß, wenn man fast die einzigen Touristen ist und mit den Einheimischen speist.
Gegen 21.30 Uhr bestiegen wir die Nachtfähre nach Koh Tao, die jeden Tag um 23 Uhr in Chumphon startet und Koh Tao am nächsten Morgen um 5 Uhr erreicht. Wir zahlten pro Person knapp 9 Euro inkl. Transfer zum Pier und bekamen dafür eine breite Matratze im Schlafsaal, wo es sich die Nacht ganz gut verbringen lässt. Nachdem wir noch eine Weile an Deck gesessen, uns den kühlen Nachtwind um die Nase wehen lassen haben und beobachteten, wie die Fähre mit mehreren LKWs millimetergenau beladen wurde, ging’s dann irgendwann in die „Kajüte“ und wir schliefen, als das Schiff losfuhr, sofort ein, denn nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht zuvor und dem aufregenden Visa Run waren wir einfach nur fertig. So verging die Nacht wie im Flug und wir erwachten erst, als die Fähre am nächsten Morgen noch in völliger Dunkelheit am Pier von Koh Tao anlegte.

Coming Next: Wir sind jetzt Taucher! Open Water Diver Zertifikat auf Koh Tao